Jamies Schuld und die Gier

Was wäre eine Story ohne den Konflikt? Im wirklichen Leben hingegen, was wäre unsere Welt da draußen ohne den Konflikt? Was, wenn unser Streben in eine neue Richtung gehen würde? Wohin führt unser Weg in einer Welt der begrenzten Ressourcen bei gleichzeitig steigender Weltbevölkerung? Die weltweiten Ressourcen, die uns für ein Jahr zur Verfügung stehen, sind nach dem »Earth Overshoot Day« bereits Anfang August aufgebraucht. Die Weltbevölkerung bräuchte demnach schon heute 1,7 Erden (Planeten), um den Bedarf an natürlichen Rohstoffen nachhaltig zu decken. Würden alle Menschen so leben wie wir in Deutschland, wären laut Germanwatch die Ressourcen eines Jahres bereits Anfang Mai aufgebraucht und wir bräuchten 3 Erden.

In Jamies Schuld ließe sich das Sein und das Haben mit einem Zitat von Mahatma Gandhi beschreiben:
»Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier.«

Wir sind daher gefordert, nachhaltiger zu handeln und es entstehen immer mehr Initiativen, die nachhaltiges Handeln unterstützen. So werden Ratgeber für den fairen Einkauf und ein nachhaltiges Leben herausgegeben, Tauschbörsen und Repair Cafés entstehen und die Plastikflut wird als großes Problem erkannt.

Jamies Schuld und der Wald

Im Mittelpunkt von Jamies Schuld steht der Eichenwald der Adelsfamilie. Er ist Jamies Rückzugsort, hier findet er Ruhe und Frieden. Mich hat der Wald seit meiner Kindheit bezaubert und so geht es wohl vielen Menschen, wie der Erfolg des Bestsellers »Das geheime Leben der Bäume« von Peter Wohlleben zeigt. Nach Informationen des WWF wurden zwischen 1990 und 2015 vor allem in den Tropen Naturwälder auf einer Fläche vernichtet, die mehr als 6,5-mal so groß wie Deutschland ist. Der Wald bedarf also unser aller Schutz.

Von einem unbekannten Autor stammt folgender Text:

Mensch – Ich bin die Wärme deines Heims in kalten Winternächten
Der schirmende Schatten, wann des Sommers Sonne brennt
Der Dachstuhl deines Hauses, das Brett deines Tisches
Ich bin das Bett, in dem du schläfst
Und das Holz, aus dem du deine Schiffe bauest
Ich bin der Stiel deiner Hacke, die Türe deiner Hütte
Ich bin das Holz deiner Wiege, und das deines Sarges
Ich bin das Brot der Güte, die Blume der Schönheit
Erhöre mein Gebet: zerstöre mich nicht!

Wenn Wälder wieder wachsen: Greenpeace zeigt in dem Szenario Waldvision auf, wie Wälder künftig ökologischer bewirtschaftet werden könnten. 16,6 Prozent der Waldfläche würden demnach für eine natürliche Waldentwicklung vor Holzeinschlag geschützt. So könnten sich in Deutschland wieder Urwälder entwickeln. Ein schöner Gedanke, gerade in Bezug auf den Erhalt der Artenvielfalt.

Jamies Schuld und die Spiritualität

Jamie plagen Schuldgefühle gegenüber seiner verstorbenen Mutter. Er kommuniziert mit Tieren und wünschte, er könnte dies auch mit Gott oder den Engeln, an die er glaubt. Aber sie antworten ihm nicht, zumindest nicht direkt.
Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Glauben mag individuell mehr oder weniger bedeutsam sein aber egal ob Gott, Engel, Partner(in) oder Freund(in): In Jamies Schuld geht es darum, jemanden an seiner Seite zu haben. Hierzu kommt mir das Gedicht »Fußspuren im Sand« von Margaret Fishback Powers in den Sinn.
Jamie sehnt sich nach Liebe/Licht, zugleich kämpft er mit der Angst vor Bestrafung/Dunkelheit. Der Untertitel »Das Licht erscheint zur dunkelsten Stunde« drückt die Hoffnung und den Glauben aus, dass da mehr ist, als wir mit unseren Augen sehen können.